FBM, das kannst du besser! {ein etwas kritischerer Messebericht zur Frankfurter Buchmesse 2017}

Eins vorab – die Frankfurter  Buchmesse ist eigentlich eins meiner jährlichen Highlights. Auch dieses Jahr hatte ich viele schöne Erlebnisse auf der Messe, aber sie bestand eben nicht nur aus rosarotem Bücherhimmel. Ich gebe zu, dass ich auch einige Tage gebraucht habe, um für mich selbst einzuordnen, ob ich dieses Jahr genauso euphorisch von der Messe nach Hause komme oder ob doch irgendwie etwas anders ist als der übliche Messeblues. Einiges lief schief dieses Jahr und hinterließ bei mir einen bitteren Nachgeschmack. Da ich das so wie viele andere von der FBM nicht gewöhnt bin, frage ich mich – was war da los, liebe FBM?!

Fangen wir aber zunächst mit den wunderbaren Momenten dieser Messe waren, die dennoch reichlich gesäht waren und meine Liebe zu den Büchern mal wieder ebenso bestärkt hat wie die zu dem verrückten Völkchen, das die Messe jährlich zu dem macht, was sie ist – den Buchliebhabern!

Ich habe dieses Jahr irgendwie noch intensiver wahrgenommen, aufgrund vieler Termine war die Messe für mich schnelllebiger – ich durfte aber dafür umso mehr neue Bekanntschaften machen und Erfahrungen sammeln.

Eines meiner absoluten Highlights war das Treffen mit Madness-Autorin Maja Köllinger, die pünktlich zur Messe ihren Erstling veröffentlicht hat. Ich habe sie kurz vor ihrer ersten Signierstunde abpassen können und sie ist so eine liebe, sympathische Person! Madness erscheint im Drachenmondverlag und ist eine Neuinterpretation von Alice im Wunderland:

„Ich hätte wissen müssen, dass es keine gute Idee war, dem Kaninchen quer durch London zu folgen.
Doch wer hätte denn ahnen können, dass dieses seltsame flauschig weiße Ding mit der Taschenuhr mich hierher bringen würde? Ich meine, wo bin ich hier überhaupt?

Die Bäume bestehen aus Kupfer und ihre Blätter wiegen schwer wie Blei. Überall schwirren Käfer mit Flügeln aus Glas umher und am Firmament drehen sich gigantische Zahnräder, als würden sie allein diese Welt in Bewegung halten. Und dann … ist da noch Elric. Ein Junge, aus dem ich einfach nicht schlau werde und der so herz- und emotionslos scheint. Doch ich bin entschlossen, sein Geheimnis zu lüften, um zu erfahren, was der Grund für seine Gefühlskälte ist.
Oh, und falls ich es noch nicht erwähnt habe: Ich bin übrigens Alice. Und wie es scheint, bin ich im Wunderland gelandet… kennst du vielleicht den Weg hinaus?“

(Quelle: Drachenmond Verlag)

Das Buch ist mein absoluter FBM-Buchtipp 2017!

Ebenso sympathisch war die liebe Karin Lindberg, dank der ich beim Blogger Treffen von Bastei Lübbe dabei sein durfte! Vielen Dank noch einmal dafür, was für eine schöne Erfahrung! Karin hat mir neben vielen anderen Autoren auch ein paar Goodies für euch mitgegeben, haltet also auf meiner Facebook-Seite in den nächsten Tagen die Augen offen 😉

Wundervoll war auch mein eigenes Logo als Handlettering durch die unglaublich begabte Katja Haas zu erhalten! Ich bin so unglaublich begeistert und das Lettering wird ganz sicher einen Ehrenplatzim Regal erhalten!

Vielen Dank auch an die Verteterin von Sourcebooks  für die Überlassung zweier absoluter Wunschlistenkandidaten! ‚The Bone Witch‘ von Rin Chupeco und ‚Mask of Shadows‘ von Linsey Miller durften bei mir einziehen und ich werde euch natürlich ausführlich berichten.

Highlight meines Samstagabends war die exlusive Lesung und Buchvorstellung von Dan Brown zu seinem neuen Werk ‚Origin‘. Zu Autor und Werk muss ich sicher nicht mehr viele Worte verlieren. Ich muss aber sagen, dass mich Dan Brown positiv überrascht hat mit seinem Weitblick und Weltverständnis – ein toller Autor, der außergewöhnliche Bücher schreibt.

Am schönsten weil am überraschendsten fand ich jedoch die Zeichnung meines eigenen kleinen Lemmings von Nicht Lustig-Star Joscha Sauer! Ich denke man erkennt auf den Bildern wie überwältigt ich bin und dass ich mich freue wie ein Schnitzel.

Super organisiert und deshalb unglaublich angenehm war trotz Ansteherei die Signierstunde von Jennifer L. Armentrout Sonntags beim Carlsen Verlag. Ein absolutes Positivbeispiel dafür, wie es gehen sollte.

Nicht so toll dagegen lief es Samstags bei der einzigen Veranstaltung von Cassandra Clare auf der Agora. Wie einige sicher bereits in den sozialen Netzwerken mitbekommen haben, war die Signierstunde parallel zu der von Nicholas Sparks. Die Organisation war gelinde gesagt eine absolute Katastrophe, man wusste als Fan überhaupt nicht, wohin mit sich. So kam es dann, dass man mehrere Stunden in einer völlig unkoordinierten Schlange vor dem Signierzelt in der Mittagshitze zwischen mehreren hundert Menschen gar gekocht wurde und auf ein heiß ersehntes Autogramm von Cassie wartete – und wartete, und wartete! Da für mich keine erkennbare Organisation der Schlange stattfand, konnten sich „gewiefte“ Menschen seitlich vorne in die Warteschlange schieben bis es zur Eskalation kam. Das Zelt wackelte, die Polizei griff ein – und die Signierstunde aufgelöst, geplatzt war der Traum vom lang ersehnten Autogramm. Ich habe an diesem Samstag Mittag nicht nur ein Tränchen fließen sehen und bin ebenso genervt von der verschwendeten Lebenszeit in dieser furchtbaren Warteschlange. FBM, da bin ich eindeutig besseres gewohnt, man denke nur an die gut getimten Schlangen zu Kerstin Gier und Sebastian Fitzek.

Dass es auch anders geht bewies wie gesagt der Carlsen Verlag. Sonntags hat man scheinbar aus der Misere gelernt und die Signierstunde von Jennifer L. Armentrout auf der Agora war schön mit Absperrbändern geregelt. Wieso nicht früher, liebe Veranstalter?

Ein weiteres Thema machte in den Medien und auf Social Media Schlagzeilen. Ich selbst habe davon im Messetrubel leider nichts mitbekommen und erst abends im Hotel davon erfahren. Laut Berichten soll es wiederholt zu tätlichen Übergriffen von Personen seitens rechten Spektrums gekommen sein. Bereits im Vorfeld der Messe gab es laute Bedenken gegen die Zulassung des rechten Verlages Antaioszur FBM. Eine komische Erfahrung war das, von Übergriffen durch die Neue Rechte zu hören, auf der Buchmesse, einem Ort, bei dem man eigentlich im siebten Buchhimmel schweben sollte. Doch wie bereits die Bücherkrähe und Ink of Books geschrieben haben, ist man auch in seiner Buchmesseblase nicht gefeit vor braunem Gedankengut. Umso wichtiger ist es, aus der scheinbar bestehenden Schockstarre in der Literaturwelt zu erwachen und zu reflektieren. Vor dieses Problem wird die Buchmesse, ja wird die Gesellschaft auch in der Zukunft vermehrt gestellt werden und ich möchte daran appellieren, einen Umgang mit rechtem Gedankengut zu finden, der nicht darin besteht, den linken Demonstranten, die niedergeschlagen wurden, einen Platzverweis zu erteilen. Wenn die Buchmesse hier solche Gesinnungen aufgrund der Meinungsfreiheit zulassen will, muss sie auch diejenigen schützen, die ihre Meinungsfreiheit ebenso ausüben wollen ohne Gefahr laufen zu müssen, dass sie angegriffen werden.

Liebe Buchmesse, du verstehst dich als Verfechter der Presse- und Meinungsfreiheit. Du kannst das besser, liebe FBM!

 

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7 Gedanken zu “FBM, das kannst du besser! {ein etwas kritischerer Messebericht zur Frankfurter Buchmesse 2017}

  1. Dieses Jahr gab es viele kritische Stimmen zur Messe, hab ich den Eindruck. Ob es sich nun um die Auseinandersetzung mit den rechtsradikalen Verlagen handelt, das fehlen größerer Zeitungsverlage oder die lieblose Gestaltung des Ehrengast-Pavillons. Die diesjährige Messe scheint viele Bloggerinnen enttäuscht zu haben. LG, Kaat 🙂

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      1. Schade eigentlich 😦 Da freut man sich als Blogger das ganze, oder zumindest das halbe Jahr, auf die Messe und dann fehlt irgendwie irgendwas.
        Mal was anderes, bist du nächstes Jahr in Leipzig mit dabei? LG, Kaat 🙂

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      2. Ich hab mir Leipzig 2018 eigentlich fest vorgenommen. Für mich ist es aber auch ein ganzes Ende weg. Deshalb werde ich es wohl mit einem Lurzurlaub verbinden, um diese Ecke Deutschlands insgesamt mal ein bisschen kennen zu lernen. LG, Kaat 🙂

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