[Rezension] Najaden – Das Siegel des Meeres – Heike Knauber

Kennt ihr solche Bücher, die euch spontan anspringen und die ihr dann unbedingt lesen müsst? So ging es mir, als ich den Klappentext von ‚Najaden‘ gelesen habe! Dank dem Bloggerportal Randomhouse und dem Verlag Blanvalet durfte ich das Buch als Rezensionsexemplar für euch lesen und besprechen, vielen Dank dafür!

Hier kommt der Klappentext, der mich direkt vom Buch überzeugt hat:

Brodelnde Feuerinseln, am Meeresgrund leuchtende Steine, das unendliche Sandmeer – ein exotisches Fantasyabenteuer.

In Heike Knaubers Roman lauert an jeder Ecke tödliche Magie, geheimnisvolle Wesen kämpfen in der Arena um Leben und Tod, und die Seiten knistern nur so vor Romantik. Dabei spielt die vielschichtige Handlung sowohl am Grunde des Meeres als auch in einem Wüstenreich, das im Sandmeer zu versinken droht: Knaubers Heldin Meliaé ist Thronfolgerin des legendären Najaden-Volkes – doch weiß sie nichts über ihre Herkunft. Als zwei grausame Brüder sie entführen, scheint Meliaés Tod unausweichlich, doch dann entdeckt sie ihre dunkle Liebe zu einem Mann, der sich für sie sogar mit dem Gott der Unterwelt anlegen wird …

(Quelle: Amazon)

Was ich mir als kurzweiliges Lesvergnügen mit entführten Prinzessinnen, Unterwasserwelten und heldenhaften Kriegern vorstellte, entpuppte sich als wahrhaft epische und vielfältige Geschichte, die mich mit ihrer Vielschichtigkeit wirklich überrascht hat! Mit ziemlich genau 600 Seiten hat mich das Buch eine Weile beschäftigt und manchmal hätte ich mir tatsächlich auch etwas mehr Leichtigkeit und eine gestrafftere Erzählung gewünscht – manchmal war mir das Buch allerdings nicht erklärend genug und ich hätte mir etwas mehr Hintergrundwissen gewünscht.

Dennoch ist „Najaden“ im großen Ganzen ein wirklich gelungenes Debüt von Autorin Heike Knauber, die sich mit Najaden in mein Herz geschrieben hat – und Saarländerin wie ich ist sie auch noch, das gibt natürlich noch einen extra Sympathiebonus!

Aber auch als Nichtsaarländer sollte man ‚Najaden‘ mindestens einen zweiten Blick im Bücherladen gönnen. Die Autorin hat hier mir viel Liebe zu Details und wirklich aussagekräftigen Charakteren eine epische Fantasy-Geschichte geschrieben, die  – für mich – ihresgleichen auf dem deutschen Markt sucht. Andere Autoren hätten sicher versucht, die Masse an Handlungssträngen, Erzählfäden und Ideenreichtum in eine (gewinnbringende) Trilogie zu splitten. Heike Knauber und dem Verlag hingegen ist hier – mit einigen kleineren Abzügen in der B-Note – wirklich fast die Quadratur des Kreises gelungen, nämlich eine spannende Geschichte über einen langen Erzählzeitraum hinweg, aus verschiedenen Perspektiven und basierend auf vielfältigen Mythen, Legenden und Geschichten zu erzählen! Ich kam teilweise kaum hinterher, die Ideen und Hintergründe thematisch einzuordnen. Dennoch war es mir nie persönlich zuviel, vielmehr fand ich die Anlehnungen an mythische Figuren passend zum vielschichtigen Worldbuilding und es fügte sich jeweils gut in die Erzählung ein.

Gewünscht hätte ich mir – wie erwähnt etwas mehr Hintergrundwissen zu den Najaden an sich. Auch hätte ich hier gerne mehr Unterwasseraction gelesen, gerade weil solche Geschichten um Nixen und Co aktuell schwer im kommen sind. Hilfreich fand ich das Glossar am Ende sowie die beiden enthaltenen Karten, da es mir ab und an etwas schwer fiel, mich neu zu orientieren.

Die Autorin konnte mich wirklich überraschen! Habe ich aufgrund des Klappentexts und der ersten Kapitel damit gerechnet, dass Meliaé eine verschreckte Jungfrau in den Fängen barbarischer Krieger ist. Doch nach einer unvorhergesehenen Wendung wurde mir als Leser klar, dass dieses kurze Intermezzo quasi nur den Auftakt zu etwas größerem bildete und mir schnell die Positionen der Charaktere und ihrer Interessen verdeutlichte.

Ebenfalls zu Beginn des Buchs wird deutlich, dass dieses meines Erachtens eher für Erwachsene geschrieben wurde. Zwar sind die enthaltenen expliziten Szenen sicher auch vielen jungen Lesern nicht fremd, doch ist das Buch auch aufgrund der Komplexität eher etwas, womit man Leser abholt, die vielleicht bereits den Teeniejahren entwachsen sind.

Meliaé ist eine wirklich starke Protagonistin. In einigen wenigen Momenten war ich allerdings als Leserin nicht bei ihr, weil ich ihre Entscheidungen nicht nachempfinden konnte. Ich möchte euch nicht unnötig spoilern, doch hatte ich in zwei Szenen das Gefühl, nicht wirklich zu verstehen, wieso sie gerade so handelt, wie sie es tut. Dass es im Gesamten gesehen die Story vorangetrieben hat, hat es nur begrenzt wieder wett gemacht, da ich mich beim Lesen gewundert habe, ob man denselben Effekt nicht auch auf andere Weise erzielt hätte und dadurch den Leser vielleicht mehr mitgenommen hätte.

Natürlich kommt auch die Romantik und Erotik im Buch nicht zu kurz. Es knistert quasi ab Seite eins an und man fiebert richtig mit, wann die beiden Lovebirds denn zueinander finden und wann es auch etwas mehr zur Sache geht.

Neben der Liebesaction gibt es natürlich auch richtige Action. Und auch hier hat sich die Autorin einiges einfallen lassen, es geht von der Küste durch den Dschungel zur Küste ins eisige Gebirge. Man wird sowohl von politischen Intrigen überrascht wie von dem Auftauchen magischer und machtvoller Wesen, die die Welt in den Abgrund stürzen können. Und so gipfelt das Buch in einem fantastischen Showdown, der anders aufgelöst wird als erwartet. Die Lösung fand ich wirklich unkonventionell und so ließ mich das Ende mit einer recht nüchternen und erwachsenen Lösung, aber dafür umso unbefriedigender zurück! Ich hoffe, dass hier Heike Knauber bereits eine Idee für eine Fortsetzung in petto hat, denn ganz ehrlich – nach diesem Ende werdet auch ihr mehr wollen!

 

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2 Gedanken zu “[Rezension] Najaden – Das Siegel des Meeres – Heike Knauber

  1. Ich hab das Buch die Tage auch angefangen und finde es bisher ganz gut
    aber ich merk jetzt auch schon, dass teilweise einfach ein paar kleinre Hintergrund Infos fehlen – es macht bisher trotzdem Spaß zu lesen
    besonders das Cover hat es mir angetan

    Gefällt 1 Person

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