[Rezension] Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle – Stuart Turton

WERBUNG: Dieses Buch habe ich vom Tropen Verlag über Vorablesen als Rezensionsexemplar erhalten. Vielen lieben Dank dafür!

Meine Lieben,

Vorablesen hat mich letztes Jahr mit „Kampfsterne“ aus einer riesigen Leseflaute befreit und mir den Blick über den Tellerrand des Fantasy- und Jugendbuch-Mainstreams hinaus geöffnet. Umso mehr freute ich mich darüber, „Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle“ gewonnen zu haben, da ich das Buch unbedingt haben musste.

Es klingt einfach so aufregend anders, schaut mal hier:

Maskenball auf dem Anwesen der Familie Hardcastle. Am Ende des Abends wird Evelyn, die Tochter des Hauses, sterben. Und das nicht nur ein Mal. Tag für Tag wird sich ihr mysteriöser Tod wiederholen – so lange, bis der Mörder endlich gefasst ist

Familie Hardcastle lädt zu einem Ball auf ihr Anwesen Blackheath. Alle Gäste amüsieren sich, bis ein fataler Pistolenschuss die ausgelassene Feier beendet. Evelyn Hardcastle, die Tochter des Hauses, wird tot aufgefunden. Unter den Gästen befindet sich jemand, der mehr über diesen Tod weiß, denn am selben Tag hat Aiden Bishop eine seltsame Nachricht erreicht: »Heute Abend wird jemand ermordet werden. Es wird nicht wie ein Mord aussehen, und man wird den Mörder daher nicht fassen. Bereinigen Sie dieses Unrecht, und ich zeige Ihnen den Weg hinaus.« Tatsächlich wird Evelyn nicht nur ein Mal sterben. Bis der Mörder entlarvt ist, wiederholt sich der dramatische Tag in Endlosschleife. Doch damit nicht genug: Immer, wenn ein neuer Tag anbricht, erwacht Aiden im Körper eines anderen Gastes und muss das Geflecht aus Feind und Freund neu entwirren. Jemand will ihn mit allen Mitteln davon abhalten, Blackheath jemals wieder zu verlassen.

(Quelle: Amazon)

Das klingt richtig cool, oder? Wie eine außergewöhnliche Mischung aus Und täglich grüßt das Murmeltier und Cluedo. Und tatsächlich begeben wir uns gemeinsam mit dem Erzähler auf Mörderjagd!

Die ersten Seiten haben es wirklich geschafft, mich unglaublich zu fesseln, finden wir uns doch in einer atemberaubenden Hetzjagd wieder. Der Leser wird dabei genauso in die Geschichte geworfen wie der Protagonist, der sich an nichts zu erinnern scheint. Einzig weiß er, dass er gerade Zeuge eines Mordes geworden ist und unbedingt handeln will.

Gemeinsam mit dem Protagonisten muss man sich also in die Geschichte hineinfuchsen, die ein ordentliches Erzähltempo vorlegt. Die Ereignisse überschlagen sich und man benötigt eine gewisse Zeit, um sich zurechtzufinden, ganz wie auch die Charaktere. Ich fand dies unglaublich clever vom Autor gelöst, da man so direkt gefesselt ist und sich stark mit dem Prota identifiziert. Hierbei springt man gemeinsam mit dem Hauptcharakter Aiden in diverse andere Gäste und erlebt die Geschehnisse aus deren Sicht. Nach und nach ergibt sich so ein Gesamtbild der Vorkommnisse. Aiden muss in Gestalt unterschiedlicher Gäste dabei gegen die Zeit kämpfen, hat er nicht nur eine begrenzte Anzahl an „Gästen“ als Hüllen zur Verfügung, er hat auch nur eine begrenzte Anzahl von Tagen, um den Tod von Evelyn Hardcastle aufzuklären. Dabei muss er nicht nur mit den Charaktereigenschaften der Gäste kämpfen sondern jemand versucht mit aller Macht, ihn an der Aufklärung der wahren Vorkommnisse zu hindern. Hierdurch werden in die Kriminalgeschichte auch ordentlich Thrillerelemente gemischt, die es verstanden haben, mir nicht nur eine Gänsehaut während des Lesens zu verschaffen.

Fantastisch gelöst fand ich die Idee der unterschiedlichen Gäste, in die Aiden schlüpft. Hierdurch erlebt man als Leser wirklich ein Potpourri diverser Persönlichkeiten und stößt mit Aiden gemeinsam an geistige und körperliche Grenzen. So ist der Roman nicht nur im Hinblick auf den Plot äußerst vielschichtig, sondern auch im Bezug auf die Charaktere. Man merkt beim Lesen, wie augeklügelt die Storyline ist und wie wichtig auch die Abfolge der Gäste für den Fortgang der Geschichte. Hier greift alles ineinander, dies ist dem Autor wirklich wahnsinnig gut gelungen.

Dass sich nicht nur der Leser, sondern auch Aiden durch die diversen Charaktere kämpfen muss ohne sich dabei nicht selbst zu verlieren und sich durch fremde Meinungen vereinnahmen zu lassen, vermittelt dabei eine wundervolle Botschaft – bleib du selbst, egal welche Hindernisse dir das Leben in den Weg stellt. Ebenso werden fundamentale Fragen des menschlichen Zusammenlebens aufgeworfen – Vergebung, Schuld, Reue und der Frage, ob sich jemand tatsächlich ändern kann, eingebettet in eine außergewöhnliche Krimigeschichte.

Abgerundet wird das Buch durch einen wahnsinnig spannendes Finale, bei dem es einem kaum gelingt, das Buch zur Seite zu legen. Hier kommt ein Plottwist um die Kurve, den ich so sicher nicht kommen gesehen habe und der mich wirklich umgehauen hat. Allein wegen diesem Ende sollte jeder zum Buch greifen.

Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung für dieses grandiose, außergewöhnliche Buch, das nicht nur Krimifans in seinen Bann ziehen wird.

 


2 Gedanken zu “[Rezension] Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle – Stuart Turton

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