[Rezension] Von hier bis zum Anfang – Chris Whitaker

Kennt ihr Bücherliebe auf den zweiten Blick?

Bei „Von hier bis zum Anfang“ war ich mir lange unsicher, ob mich das Buch wirklich anspricht, neugierig war ich aber enorm. Habe gefühlt quasi jede Rezension verschlungen in der Hoffnung, dass ich mich hierdurch entscheiden könnte, ob es vielleicht etwas für mich ist oder nicht. Nachdem ich im Urlaub die endlich die Flusskrebse gelesen hatte, wollte ich unbedingt etwas ähnliches lesen. Dann hat es mich Woche übermannt und ich musste sofort los in die Buchhandlung! So ging es mir schon lange nicht mehr und an einem Wochenende habe ich das Buch verschlungen.

Darum gehts:

Cape Haven, Kalifornien. Eine beschauliche Kleinstadt vor dem Panorama atemberaubender Küstenfelsen. In diesem vermeintlichen Idyll muss die 13-jährige Duchess nicht nur ihren kleinen Bruder fast alleine großziehen, sondern sich auch um ihre depressive Mutter Star kümmern, die die Ermordung ihrer Schwester vor 30 Jahren nie verwinden konnte. Als deren angeblicher Mörder aus der Haft entlassen wird, droht das fragile Familiengefüge, das Duchess mühsam zusammenhält, auseinanderzubrechen. Denn der Atem der Vergangenheit reicht bis in das Heute und wird das starke Mädchen nicht mehr loslassen…

(Quelle: Amazon)

Dieses Buch stürzt dich bereits ab der ersten Seite in ein tiefes emotionales Loch. Es berührt unfassbar, trifft genau den richtigen Ton und lässt den Leser gemeinsam mit den Protagonisten alle Höhen und Tiefen menschlichen Lebens durchleben.

Dabei werden hier viele zwischenmenschliche Grautöne aufgeworfen. Was ist Gut, was Böse und wer verdient eine zweite Chance? Wie selbstbestimmt sind wir? Paradebeispiele sind Walk und Duchess, beide Ergebnisse ihrer Umwelt, die sich selbst reflektieren müssen und entscheiden, welches Potential sie entfalten wollen. Vor allem Duchess Schicksal ist dabei sehr berührend, sie lässt tief in die kindliche Seele blicken und man leidet schon arg mit ihr mit, wenn sie wieder von einem Schicksalsschlag getroffen wird. Manchmal kann man es kaum fassen, was sie alles ertragen muss.

Und so hofft und bangt man mit den Charakteren, ob nicht doch alles gut geht. Gegen Ende wurde ich wirklich einige Male sehr von den Wendungen überrascht, die so unvorhersehbar wie das Leben selbst waren. Und wie auch im echten Leben müssen sich Duchess und Walk der Frage stellen, ob es wirklich Gerechtigkeit gibt oder nicht. Das Buch wirft hier so viele Fragen zu den unterschiedlichsten Themen des modernen Amerikas auf und ist somit auch ein tolles Gesellschaftsportrait.

Ich habe seit langem bei kaum einem Buch (außer dem Flusskrebsen, of course) so viel Tränchen verdrücken müssen wie hier. Eine emotionale Wucht, ein Buch das richtig umhaut und tief bewegt. Ich liebe es!


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