[Rezension] Zeit der Schuld – Deepti Kapoor

WERBUNG: Dieses Buch habe ich vom Blessing Verlag als Rezensionsexemplar erhalten. Vielen lieben Dank dafür!

Darum gehts:

Geboren in einem kleinen Dorf im nördlichen Indien wird Ajay als Kind seiner Familie entrissen und an ein kinderloses Ehepaar verkauft. Von früh bis spät arbeitet er in der Landwirtschaft des Ehepaars, er lernt lesen und schreiben, lernt zu beobachten – und er lernt zu dienen.

Als sein Dienstherr stirbt, findet Ajay Arbeit in einem Café – und dort macht er eine schicksalsweisende Bekanntschaft: Sunny Wadia, Abkömmling des einflussreichen Wadia-Clans, verbringt dort mit seinen Freunden das Wochenende.

Ajay wird Sunnys rechte Hand und nicht nur in die politischen Machenschaften der Wadias, sondern auch in die verbotene Liebesbeziehung zwischen Sunny und der Journalistin Neda hineingezogen. Er würde für Sunny alles tun – ohne zu ahnen, dass sein größter Loyalitätsbeweis Sunny, Neda und ihn selbst in eine Spirale der Gewalt verstricken wird …

(Quelle: Amazon)

Dieses Buch ist soviel mehr, als der Klappentext vermuten lässt. Es verbindet Ajays Erzählung über Aufstieg und Selbstfindung mit einer Familiensaga, einer unmöglichen Lovestory und einem Thriller zu einer Geschichte voller Dramatik.

Erzählt wird „Zeit der Schuld“ durch drei Protagonisten – Ajay, Neda und Sunny – deren Erzählabschnitte inhaltlich aufeinander aufbauen und so die Ereignisse aus verschiedenen subjektiven Perspektiven beleuchten und ergänzen. Gut gefallen hat mir auch die glaubhafte Entwicklung der Charaktere, die sehr mit sich selbst hadern.

Getragen wird dies durch einen angenehmen Stil, der die Handlung zum einen subtil aber rasant vorantreibt, sodass der Leser das Buch kaum aus der Hand legen mag. Daneben gibt die Autorin aber genug Raum für Beschreibungen der Gesellschaft Indiens oder der Natur, sodass sich die Szenerie quasi vor meinen Augen entfalten konnte. Das Lesen dieses Buches wirkte oft wie eine gute Netflix-Serie und konnte mich genauso fesseln. Trotz einiger kleiner Längen blieb ich bei der Stange.

Denn hier tun sich wahre Abgründe auf. Neben den dargestellten sozialen und politischen Problemen des modernen Indiens, das allzu oft mit Tradition und Brauchtum kollidiert, stellt gerade Sunnys Familie ein Paradebeispiel einer einflussreichen Familie dar, die sich aus Machtgier, Korruption und kriminellen Machenschafen nährt. Bei diesem Buch gibt es keine Gewinner – und genau das hat Zeit der Schuld an lange nach dem Lesen bei mir nachwirken lassen.

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